Umweltschutz & Nachhaltigkeit
Reparieren statt wegwerfen – unser Beitrag für weniger Elektroschrott.
Jede Reparatur verhindert eine Neuproduktion. Und genau dort – nicht im Betrieb und nicht in der Entsorgung – entsteht der weitaus größte Teil der Umweltbelastung eines Elektrogeräts. Auf dieser Seite erfährst du, warum das so ist, und wir legen offen, wie wir unsere Nachhaltigkeitszahlen berechnen.
Weniger Elektroschrott
Elektroschrott ist einer der am schnellsten wachsenden Abfallströme weltweit. Ein repariertes Gerät bleibt im Einsatz, statt Teil davon zu werden.
Weniger CO₂
Rohstoffabbau, Chipfertigung und weltweite Lieferketten machen die Herstellung zum größten Posten der Ökobilanz. Wer repariert, spart sie komplett ein.
Weniger Rohstoffverbrauch
In Elektronik stecken seltene Erden, Kobalt und Gold – oft unter schwierigen sozialen und ökologischen Bedingungen gewonnen. Jede Reparatur schont diese Vorräte.
Warum die CO₂-Zahl so viel größer ist als das Gerätegewicht
Auf unserer Startseite stehen zwei Zahlen nebeneinander, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: einige Dutzend Tonnen vermiedener Elektroschrott – und ein Vielfaches davon an eingespartem CO₂. Der Grund ist einfach: Die beiden Zahlen messen nicht dasselbe.
Was die reparierten Geräte tatsächlich wiegen. Eine physische Größe: So viel Material ist nicht auf dem Müll gelandet.
Nicht das CO₂ der Entsorgung, sondern das, was die Herstellung eines Ersatzgeräts verursacht hätte. Diese Emissionen fallen schlicht nicht an.
Bei Elektronik hängt der CO₂-Fußabdruck kaum am Gewicht. Ein Smartphone wiegt rund 180 Gramm, seine Herstellung verursacht aber etwa 55 kg CO₂e – das 300-fache seines eigenen Gewichts. Der Grund sind die energieintensiven Vorstufen: Halbleiterfertigung in Reinräumen, Gewinnung und Raffination der Metalle, Transporte über mehrere Kontinente.
| Gerät | Gewicht | CO₂ der Herstellung | Verhältnis | entspricht etwa |
|---|---|---|---|---|
| Smartphone | 0,18 kg | 55 kg | ~300× | 370 km Autofahrt |
| Notebook | 1,8 kg | 250 kg | ~140× | 1.650 km Autofahrt |
| Kamera | 0,40 kg | 60 kg | ~150× | 400 km Autofahrt |
| E-Scooter | 16 kg | 150 kg | ~9× | 1.000 km Autofahrt |
Vergleichswert Autofahrt: rund 150 g CO₂ je Kilometer. Ein Verhältnis von 40 : 1 oder mehr zwischen CO₂ und Gerätegewicht ist für einen Elektronik-Reparaturbetrieb daher völlig normal – ein Betrieb, der schwere Metallteile instand setzt, käme auf ganz andere Werte.
So rechnen wir
Wir zählen jedes Gerät, das repariert oder untersucht wurde. Stornierte Aufträge zählen nicht mit. Aus dieser Zahl leiten sich alle drei Kennzahlen ab:
Vermiedener Elektroschrott
Elektroschrott (kg) = Summe der Gerätegewichte ÷ 1.000
Das Gewicht stammt aus den hinterlegten Modelldaten. Geräte, für die noch kein Gewicht erfasst ist, zählen in der Stückzahl mit, aber nicht im Gewicht – die Zahl ist also eher zu niedrig als zu hoch.
Eingespartes CO₂
CO₂ (kg) = Summe der CO₂-Faktoren je Gerätekategorie
ohne hinterlegten Faktor:
CO₂ (kg) = Gerätegewicht in kg × 25
Maßgeblich ist der Faktor der Gerätekategorie – er beziffert, wie viel CO₂e die Herstellung eines vergleichbaren Neugeräts verursacht (Tabelle unten). Für Kategorien ohne hinterlegten Faktor rechnen wir ersatzweise mit 25 kg CO₂e je Kilogramm Gerätegewicht – ein bewusst zurückhaltender Durchschnittswert für Unterhaltungselektronik.
Geschonte seltene Erden
Seltene Erden (kg) = Gerätegewicht in kg × 0,02 (2 %)
Eine Pauschale: Wir setzen zwei Prozent des Gerätegewichts als Anteil kritischer Rohstoffe an. Der tatsächliche Anteil schwankt je nach Gerätetyp erheblich – dies ist die gröbste unserer drei Kennzahlen.
CO₂-Faktoren je Gerätekategorie
Diese Werte geben an, wie viel CO₂e die Herstellung eines durchschnittlichen Neugeräts der jeweiligen Kategorie verursacht – und damit, wie viel eine Reparatur einspart. Sie beruhen auf veröffentlichten Ökobilanzen und Herstellerangaben und sind am unteren Rand der dort genannten Spannen angesetzt.
| Kategorie | kg CO₂e je Gerät | Kategorie | kg CO₂e je Gerät |
|---|---|---|---|
| Computer | 300 | Roboter | 70 |
| Notebook | 250 | Kamera | 60 |
| E-Scooter | 150 | Smartphone | 55 |
| Tablet | 90 | Plattenspieler | 40 |
| Spielekonsole | 90 | Objektiv | 30 |
| Beamer | 80 | Gimbal | 25 |
| VR-Headset | 80 | Navigationssystem | 25 |
| Drohne | 70 | Radio | 25 |
| Saugroboter | 70 | Kopfhörer | 20 |
Alle übrigen Kategorien rechnen mit dem Ersatzwert von 25 kg CO₂e je Kilogramm Gerätegewicht.
Woher die Daten kommen
Die Zahlen auf unserer Startseite sind keine Schätzung des Marktes, sondern die Summe echter Reparaturvorgänge aus zwei Quellen:
- Reparaturen, die über refixo gebucht wurden – sobald der Auftrag abgeschlossen ist.
- Reparaturen der angebundenen Werkstätten – Betriebe, die ihre Werkstattsoftware (Repair Cloud) mit refixo verbunden und die Freigabe erteilt haben. Deren Software berechnet die Kennzahlen nach genau derselben Methodik und übermittelt ausschließlich Summen: Anzahl der Geräte, Gesamtgewicht, CO₂ und seltene Erden. Es werden keine Auftrags-, Kunden- oder Umsatzdaten übertragen.
Die Werte aktualisieren sich laufend. Den aktuellen Stand findest du auf der Startseite im Bereich „Reparieren statt wegwerfen“.
Was diese Zahlen nicht sind
Eine ehrliche Einordnung
- Keine zertifizierte CO₂-Bilanzierung. Unsere Zahlen veranschaulichen eine Größenordnung. Sie sind nicht nach ISO 14067 oder GHG Protocol geprüft und eignen sich nicht als Nachweis für eine Klimabilanz.
- Die zentrale Annahme: Wir unterstellen, dass jedes reparierte Gerät sonst durch ein neues ersetzt worden wäre. In der Realität hätte ein Teil der Kundinnen und Kunden gar kein Ersatzgerät gekauft. Das ist die größte Unsicherheit – größer als jede Ungenauigkeit bei den Faktoren.
- Die Reparatur selbst ist nicht gegengerechnet. Ersatzteile, Versand und Werkstattbetrieb verursachen ebenfalls Emissionen. Sie fallen gegenüber einer Neuproduktion gering aus, sind hier aber nicht abgezogen.
- Durchschnitte statt Einzelfälle. Ein Einsteiger-Smartphone und ein Spitzenmodell bekommen denselben Faktor.
- Die Elektroschrott-Zahl ist eher zu niedrig, weil Geräte ohne hinterlegtes Modellgewicht nicht ins Gewicht einfließen.
Wir halten die Faktoren bewusst konservativ. Lieber eine belastbare Zahl am unteren Rand als eine beeindruckende, die einer Nachfrage nicht standhält.
Was du selbst tun kannst
- Erst prüfen, dann ersetzen: Viele Defekte – Display, Akku, Buchsen – sind günstiger reparierbar, als du denkst. Ein Preisvergleich dauert nur wenige Minuten.
- Ausschreibung nutzen: Kein passendes Angebot gefunden? Erstelle eine Ausschreibung und lass Werkstätten auf dich zukommen.
- Weiterverkaufen statt wegwerfen: Funktionierende Altgeräte und Ersatzteile findest und vermittelst du über unsere Kleinanzeigen.
- Altgeräte richtig entsorgen: Ist ein Gerät wirklich nicht mehr zu retten, gehört es zur Wertstoffsammlung oder in den Handel zurück – nicht in den Hausmüll.
Recht auf Reparatur
Die EU stärkt mit der Richtlinie zum „Recht auf Reparatur“ die Position von Verbraucherinnen und Verbrauchern: Hersteller müssen bestimmte Produkte künftig auch nach Ablauf der Gewährleistung zu angemessenen Preisen reparieren und Ersatzteile verfügbar halten. Wir begrüßen diese Entwicklung – sie macht unabhängige Werkstätten und Plattformen wie refixo noch wichtiger.
Fragen zur Methodik?
Wie unser Vergleich, das Ranking und die Herkunft der Preise funktionieren, legen wir auf der Transparenz-Seite offen. Du hast Anmerkungen zu unseren Faktoren oder einen Vorschlag, wie wir genauer rechnen können? Schreib uns an kontakt@refixo.de – wir nehmen fundierte Kritik gerne auf.